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Seele, ewiges Leben, Körperlichkeit....Baha’i-Texte dazu (Auszüge)
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Wenn man diese intelligiblen Wirklichkeiten klarmachen will, muß man sie durch anschauliche Sinnbilder
ausdrücken, weil es im äußeren Sein nichts außer Stofflichem gibt. Um also die Wirklichkeit des Geistes, seine
Seins- und Erscheinungsweise zu erklären, bedarf es der Form sinnlich wahrnehmbarer Dinge, denn in der Welt des
Stoffes ist nur Gegenständliches vorhanden. Zum Beispiel gehören Traurigkeit und Freude zu den intelligiblen
Gegebenheiten. Wenn man diese unkörperlichen Zustände beschreiben will, sagt man: "Mein Herz ist schwer"
oder "Mein Herz ist leicht", obwohl sich das Gewicht des menschlichen Herzens dabei nicht ändert. Es ist
ein seelischer oder geistiger Zustand, den zu veranschaulichen man zu sinnlich wahrnehmbaren Bildern greifen muß.
Ein anderes Beispiel: Man sagt: "Dieser Mensch ist weit fortgeschritten", obgleich er an Ort und Stelle
verbleibt. Oder: "Jener hat eine hohe Stellung", obwohl er wie jeder andere auf der Erde einhergeht. Diese
Höhe und dieser Fortschritt bezeichnen geistige Zustände und intelligible Wirklichkeiten; sie klarzumachen, muß
man seine Zuflucht zu anschaulichen Formen nehmen, weil es in der Welt der Erscheinung nur sinnlich Greifbares
gibt.
So ist das Sinnbild des Wissens Licht und der Unwissenheit Dunkelheit. Aber ist Wissen sichtbares Licht
und Unwissenheit sinnlich wahrnehmbare Dunkelheit? Nein, sie sind nur Symbole für intelligible Gegebenheiten. Wenn
man sie begrifflich darstellen will, nennt man das Wissen Licht und die Unwissenheit Dunkelheit. Man sagt auch:
"Mein Gemüt war düster, dann wurde es licht." Das Licht des Wissens und die Dunkelheit der Unwissenheit
sind intelligible und nicht stoffliche Wirklichkeiten, aber wenn wir in der stofflichen Welt nach Erklärungen
suchen, müssen wir ihnen eine gegenständliche Form geben.
Abdu'l-Baha : BEANTWORTETE FRAGEN, #90
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Denn es gibt zwei Arten von Leben, das des Körpers und das des Geistes. Das Leben des Körpers ist ein stoffliches, aber das
Leben des Geistes offenbart das Sein des Königreichs, das im Empfangen des Geistes Gottes und im Lebendigwerden durch den
Odem des Heiligen Geistes besteht. Obgleich das körperliche Leben existiert, ist es für die geistig Geheiligten reines Nichtsein und
völliger Tod. So existiert der Mensch, und auch dieser Stein existiert, aber welch ein Unterschied zwischen dem Dasein des
Menschen und dem des Steins! Obwohl der Stein ein Dasein hat, so ist es mit dem des Menschen verglichen ein Nichtsein.
#235
Die Bedeutung des ewigen Lebens ist die Gabe des Heiligen Geistes, so wie die Blume das Geschenk der Jahreszeit, der Luft und
der Frühlingswinde empfängt. Beachte wohl, daß diese Blume ursprünglich ein Leben wie das des Minerals hatte; aber durch das
Kommen des Frühjahrs, der Gaben der Frühlingswolken und der Wärme der strahlenden Sonne gelangte sie zu einem anderen
Leben größter Frische und Feinheit und höchsten Wohlgeruchs. Das erste Leben der Blume ist im Vergleich zu ihrem zweiten
Leben Tod.
Das bedeutet, daß das Leben des Königreiches das Leben des Geistes ist, das heißt ewiges Leben, und daß es vom Raum
geläutert ist, wie der menschliche Geist, der keinen Ort hat. Denn wenn man den menschlichen Körper untersucht, wird man keinen
besonderen Platz oder Ort für den Geist finden, denn er hat nie einen solchen gehabt; er ist unkörperlich. Seine Verbindung mit
dem Körper ist wie die der Sonne mit diesem Spiegel. Die Sonne ist nicht im Spiegel, aber sie steht in Verbindung mit ihm.
Ebenso ist die Welt des Königreichs über alles geheiligt, was mit den Augen oder anderen Sinnen, wie Gehör, Geruch, Geschmack
oder Tastgefühl, wahrgenommen werden kann. Wo ist der Sitz des Verstandes, dessen Vorhandensein im Menschen doch feststeht
? Wenn man den Körper mit dem Auge, dem Ohr oder den anderen Sinnen untersucht, wird man ihn nicht finden; und doch ist er
da. Der Verstand hat also keinen Ort, ist aber mit dem Gehirn verbunden. Mit dem Königreich ist es ebenso. Auch die Liebe hat
keinen Ort, ist aber mit dem Herzen verbunden; und so hat das Königreich keinen Ort, aber es ist mit dem Menschen verbunden.
Das Eingehen ins Königreich erfolgt durch die Liebe zu Gott, durch Loslösung, durch Heiligkeit und Keuschheit, durch
Wahrhaftigkeit, Reinheit, Standhaftigkeit, Treue und das Opfer des Lebens.
Diese Erklärungen zeigen, daß der Mensch unsterblich ist und ewig lebt. Für die, die an Gott glauben, die Liebe und Vertrauen zu
Gott haben, ist das Leben wahrhaft gut, das heißt, es ist ewig; für jene Seelen aber, die vor Gott verschleiert sind, ist es, obwohl sie
Leben haben, finster, und im Vergleich mit dem Leben der Gläubigen ist es Nichtsein.
#236
Zum Beispiel sind das Auge und der Nagel lebendig; aber das Leben des Nagels ist im Vergleich zu dem des Auges Nichtsein.
Dieser Stein und dieser Mensch existieren; aber der Stein existiert im Vergleich zum Dasein des Menschen nicht, er hat kein Sein;
denn wenn der Mensch stirbt und sein Körper zugrunde geht und zerfällt, wird er wie Stein und Erde¹. Darum ist es klar, daß das
Mineral, obwohl es existiert, im Vergleich zum Menschen nicht existiert.
In gleicher Weise ist das Dasein der vor Gott verschleierten Seelen, obgleich sie in dieser und in der Welt nach dem Tode existieren
, im Vergleich mit dem heiligen Leben der Kinder des Reiches Gottes wie Nichtsein und Trennung von Gott.
¹ Die Seele aber lebt fort. (Anm. des Herausgebers.)
Abdu'l-Baha : BEANTWORTETE FRAGEN, #235f
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Die Theosophen glauben, daß der Mensch im aufsteigenden Bogen so oft wiederkehren werde, bis er die höchste Mitte erreiche;
auf jener Stufe werde die Materie zu einem klaren Spiegel, in dem das Licht des Geistes mit seiner ganzen Macht erstrahle, und so
werde wesenhafte Vollkommenheit erlangt. Nun ist es eine festbegründete theologische Behauptung, daß die materiellen Welten am
Tiefpunkt des absteigenden Bogens enden und daß sich die Stufe des Menschen am Ende des absteigenden und am Anfang des
aufsteigenden Bogens befindet, gegenüber dem höchsten Mittelpunkt. Zwischen Anfang und Ende des aufsteigenden Bogens aber
liegen zahllose geistige Stufen. Der absteigende Bogen wird Ursprung² und der aufsteigende Entfaltung³ genannt. Der absteigende
Bogen endet im Materiellen, der aufsteigende Bogen im Geistigen. Die Spitze des Zirkels macht beim Beschreiben eines Kreises
keine rückläufige Bewegung, denn dies widerspräche der natürlichen Bewegung und der göttlichen Ordnung, und damit wäre das
Ebenmaß des Kreises gestört.
¹ Nach dem Qur'án der Baum der Hölle.
² Wörtl.: zeugend, erschaffend
³ Wörtl.: wieder erzeugend, etwas Neues hervorrufend.
#276
Überdies hat diese irdische Welt keine solche Bedeutung und Vortrefflichkeit, daß ein Mensch nach seiner Befreiung aus diesem
Käfig den Wunsch haben könnte, zum zweiten Mal in dieser Schlinge gefangen zu werden. Nein, durch die ewige Gnade werden
der Wert und die wahre Fähigkeit des Menschen dadurch ersichtlich und offenbar, daß er die Stufen des Daseins durchschreitet,
nicht aber durch Wiederkehr. Wenn die Muschel einmal geöffnet ist, wird es klar und deutlich, ob sie eine Perle oder wertlose
Materie enthält. Wenn eine Pflanze einmal gewachsen ist, bringt sie entweder Dornen oder Blüten hervor; sie braucht dazu nicht
zum zweiten Male zu wachsen. Außerdem sind Bewegung und Fortschritt in den Welten in gerader Reihenfolge nach dem Gesetz
der Natur die Ursache des Daseins; aber eine der Ordnung und dem Gesetz der Natur entgegengesetzte Bewegung ist die Ursache
des Nichtseins. Die Rückkehr der Seele nach dem Tode wäre der natürlichen Bewegung entgegengesetzt und stünde im
Widerspruch zur göttlichen Ordnung.
Darum ist es völlig unmöglich, durch Wiederkehr Leben zu erlangen; es wäre, wie wenn ein Mensch, nachdem er aus dem
Mutterschoß geboren wurde, wieder in diesen zurückkehren wollte. Beachte, welch unreife Vorstellung dies ist, die sich aus dem
Glauben an Reinkarnation und Seelenwanderung ergibt. Die daran glauben betrachten den Körper als ein Gefäß, in dem der Geist
enthalten ist wie das Wasser in einem Becher; dieses Wasser wird von dem einen Becher in einen anderen umgegossen. Das ist das
Spiel eines Kindes. Diese Leute machen sich nicht klar, daß der Geist unkörperlich ist und weder eintritt noch austritt, sondern mit
dem Körper nur so verbunden ist wie die Sonne mit dem Spiegel. Wenn es so wäre, daß der Geist durch Wiederkehr zu dieser
körperlichen Welt die Stufen durchwandern und wesenhafte Vollkommenheit erreichen könnte, so wäre es besser, Gott verlängerte
das Leben des Geistes in der materiellen Welt, bis er Vollkommenheiten und Tugenden erworben hätte; es wäre dann für ihn nicht
notwendig, vom Becher des Todes zu trinken oder ein zweites Leben zu erlangen.
Die Vorstellung, daß Dasein auf diese vergängliche Welt beschränkt sei, und das Leugnen des Daseins göttlicher Welten gingen
ursprünglich von den Einbildungen gewisser Anhänger der Wiederverkörperungslehre aus; aber die göttlichen Welten sind
unendlich. Wenn die göttlichen Welten in dieser materiellen Welt gipfelten, wäre die Schöpfung sinnlos; vielmehr wäre das Dasein
nichts als das Spiel eines Kindes. Das Höchste dieser endlosen Reihe von Geschöpfen, das edle Dasein des Menschen, würde für
kurze Zeit in dieser vergänglichen Wohnstätte ein- und ausgehen, und nach Erhalt von Bestrafung und Belohnung würden schließlich
alle vollkommen werden. Die göttliche Schöpfung und die bestehenden unzähligen Geschöpfe würden vervollkommnet und
vollendet, und dann würden die Göttlichkeit des Herrn und die Namen und Eigenschaften Gottes, was ihre Wirkung anbelangt, um
dieser vergeistigten Geschöpfe willen in Untätigkeit und Trägheit enden! "Gelobt sei dein Herr, der Herr, Der erhaben ist über alle
ihre Beschreibungen."
#277
So waren die begrenzten Ansichten der alten Philosophen, wie des Ptolemäus und anderer, die die Überzeugung und Vorstellung
hatten, daß die Welt, das Leben und Dasein auf diesen Erdball beschränkt seien und daß dieser grenzenlose Raum in neun
Himmelskreise eingeschlossen sei, die alle öde und leer seien. Bedenke, wie sehr ihre Gedanken begrenzt und wie unvollkommen
ihre Ansichten waren. Jene, die an die Wiederverkörperung glauben, denken, daß die geistigen Welten auf die Welten der
menschlichen Einbildungskraft beschränkt seien, überdies glauben einige von ihnen, zum Beispiel die Drusen¹ und Nossarier², daß
alles Sein auf diese körperliche Welt begrenzt sei. Welch unwissende Annahme! Denn in diesem Weltall Gottes, das in vollendeter
Vollkommenheit, Schönheit und Erhabenheit erscheint, sind die leuchtenden Sterne der materiellen Welt unzählbar! Wir müssen
also überlegen, wie grenzenlos und unendlich die geistigen Welten sein müssen, die ja die unerläßliche Grundlage bilden. "Seid
achtsam, ihr, die ihr Einsicht besitzt."
Doch kommen wir auf unser Thema zurück. In den göttlichen Schriften und heiligen Büchern wird die "Rückkehr" erwähnt, aber die
Unwissenden haben nicht die Bedeutung verstanden, und jene, die an Reinkarnation glaubten, haben Mutmaßungen über dieses
Thema angestellt. Was aber die göttlichen Propheten mit "Wiederkehr" meinten, ist nicht die Wiederkehr des Wesens, sondern der
Eigenschaften; es ist nicht die Wiederkehr des Offenbarers, sondern seiner Vollkommenheiten. Im Evangelium heißt es, daß
Johannes, der Sohn des Zacharias, Elias sei. Diese Worte bedeuten nicht die Rückkehr der vernünftigen Seele und der
Persönlichkeit des Elias im Körper des Johannes, sondern vielmehr, daß die Vollkommenheiten und Eigenschaften des Elias in
Johannes erschienen und offenbar wurden.
¹ Drusen: arabisches Mischvolk, im 11.Jh aus einer muhammadanischen Sekte entstanden, lebt am Berge Drus in Syrien.
²Nossarier: ebenfalls ein syrischer Volksstamm, eine Schiitische Sekte, die durch Aufnahme christlicher und altheidnischer
Vorstellung vom Islám weit abgewichen ist.
#278
Vergangene Nacht leuchtete in diesem Raum eine Lampe, und wenn heute nacht eine andere Lampe brennt, sagt man, das Licht
der vergangenen Nacht leuchte wieder. Wasser fließt aus einer Quelle, dann versiegt es, und wenn es ein zweites Mal zu fließen
beginnt, sagt man, dieses Wasser sei das gleiche Wasser, das jetzt wieder fließe; oder sagt man, dieses Licht sei identisch mit dem
früheren Licht. Ebenso ist es mit dem Frühling des vergangenen Jahres, als Blüten, Blumen und süßduftende Kräuter im Flor
standen und köstliche Früchte heranreiften; im kommenden Jahr sagen wir dann, daß jene köstlichen Früchte, jene Blüten und
Blumen, jener Flor zurückgekehrt und wiedergekommen seien. Dies heißt nicht, daß genau dieselben Teilchen, aus denen die
Blumen des vergangenen Jahres zusammengesetzt waren, nach ihrer Auflösung wieder verbunden worden und dann zurückgekehrt
und wiedergekommen seien. Die Bedeutung ist vielmehr die, daß die Feinheit und Frische, der köstliche Duft und die prachtvollen
Farben der Blumen des letzten Jahres in genau derselben Weise in den Blumen dieses Jahres offenbar und sichtbar werden. Kurz,
diese Ausdrucksweise bezieht sich nur auf die Ähnlichkeit und Gleichartigkeit, die zwischen den früheren und späteren Blumen
bestehen. So ist auch die Bedeutung der "Wiederkehr", die in den heiligen Schriften erwähnt ist; sie wird im "Buch der Gewißheit"
durch die Höchste Feder¹ ausführlich erklärt; schlage es nach, damit du über die Wirklichkeit der göttlichen Geheimnisse
unterrichtet bist.
¹ Bahá'u'lláh #279+82. Kapitel PANTHEISMUS
Abdu'l-Baha : BEANTWORTETE FRAGEN, #275ff
Der Tod ist eine Zustandsänderung
Wenn nun der Körper einen Wandel durchmacht, so braucht dadurch nicht auch der Geist berührt zu werden. Wenn ihr ein Spiegelglas
zerbrecht, auf das die Sonne schien, so ist das Glas zerbrochen, die Sonne aber scheint noch immer ... Wenn ein Lampenzylinder springt,
kann doch die Flamme noch hell weiterbrennen. Das gleiche gilt für den Geist des Menschen. Wenn auch der Tod seinen Körper zerstört,
so hat er doch keine Macht über seinen Geist, der ewig dauernd und frei von Geburt und Tod ist. (PARIS S.49)
+83:2
Der Gedanke, daß der Geist nach dem Tod des Körpers zugrunde gehe, ist wie die Vorstellung, daß ein Vogel in einem Käfig umkäme,
wenn der Käfig zerbrochen wird, obwohl der Vogel von der Zerstörung des Käfigs nichts zu fürchten hat. Unser Körper ist dem Käfig
und der Geist dem Vogel zu vergleichen. Wir sehen, daß dieser Vogel in der Welt des Schlafes ohne Käfig fliegt; wenn daher der Käfig
zerbricht, wird der Vogel unversehrt weiterleben; seine Empfindungen werden sogar tiefer, seine Wahrnehmungen weiter und sein Glück
größer sein. (FRAGEN S.222)
+83:3
Ein Freund fragte: »Wie soll man dem Tod entgegensehen?« Abdu'l-Bahá antwortete: »Wie sieht man dem Ende einer Reise entgegen?
Mit Hoffnung und Erwartung. So ist es auch mit dem Ende dieser Erdenreise. In der nächsten Welt wird der Mensch sich von vielen
Unzulänglichkeiten, unter denen er jetzt leidet, befreit fühlen. Wer durch den Tod gegangen ist, lebt in einer eigenen Sphäre. Sie ist der
unsrigen nicht entrückt: ihr Wirken im Königreich ist das unsrige. Aber sie ist geheiligt von dem, was wir Raum und Zeit nennen. Unsere
Zeit wird nach der Sonne gemessen. Wenn es keinen Sonnenaufgang und keinen Sonnenuntergang mehr gibt, so gibt es für den Menschen
auch nicht mehr diese Art von Zeit. Die Aufgestiegenen haben Merkmale, die sich von den Eigenschaften derer unterscheiden, die noch
auf Erden sind. Doch besteht keine wirkliche Trennung zwischen ihnen.«
Im Gebet tritt eine Vermischung der Stufen und Zustände ein. Betet für sie, wie sie auch für euch beten. (LONDON p.95)
+84:1 #172
Leben nach dem Tod
Die Geheimnisse, die der Mensch in dieser irdischen Welt nicht beachtet, wird er in der himmlischen Welt entdecken, und dort wird ihm
das Geheimnis der Wahrheit kund. Wieviel mehr noch wird er Personen, denen er verbunden war, wieder erkennen oder entdecken!
Ohne Zweifel werden die heiligen Seelen, die zu reinem Schauen gelangen und mit Einblick begnadet sind, im Königreich des Lichts mit
allen Geheimnissen vertraut, und sie werden nach der Gabe trachten, die Wirklichkeit jeder großen Seele zu bezeugen. Ja, sie werden die
Schönheit Gottes in jener Welt deutlich schauen. Ebenso werden sie alle Freunde Gottes aus alter und neuer Zeit in der himmlischen
Versammlung finden.
Der Unterschied zwischen Lazarus und jenem »reichen Mann« besteht darin, daß ersterer geistig, letzterer aber materiell gesinnt war. Der
eine war auf der höchsten Stufe der Erkenntnis, der andere in den tiefsten Tiefen der Unwissenheit. Wenn sie aus dieser sterblichen Welt
gegangen sind, werden natürlich Verschiedenheit und Rang aller Menschen wahrgenommen. Dies bezieht sich jedoch nicht auf den Raum,
sondern auf die Seele und ihr Bewußtsein. Das Königreich Gottes ist über Raum und Zeit geheiligt. Es ist eine andere Welt und ein
anderes Weltall. Aber den heiligen Seelen ist die Gabe der Fürbitte verheißen. Wisse mit Bestimmtheit, daß in den göttlichen Welten die
geistig Geliebten, die Gläubigen, einander erkennen und Vereinigung miteinander suchen eine geistige Vereinigung. Ebenso wird eine Liebe
, die einer für einen anderen hegte, in der Welt des Königreichs nicht vergessen. Desgleichen wirst du dort das Leben, das du in dieser
irdischen Welt führtest, nicht vergessen. (TAB p.205 , ESSLEMONT S.216)
+84:2
Der Tod bietet jedem vertrauenden Gläubigen den Kelch dar, der in Wahrheit Leben ist. Er schenkt Freude und ist ein Bote des
Frohsinns. Er verleiht die Gabe ewigen Lebens. (ÄL 164:2)
+84:3
O Sohn des Höchsten! Den Tod machte Ich dir zum Boten der Freude. Warum bist du traurig? Das Licht erschuf Ich, dich zu erleuchten.
Warum verhüllst du dich vor ihm? (VW ar.32)
+84:4
Es ist klar und einleuchtend, daß alle Menschen nach ihrem leiblichen Tode den Wert ihrer Taten abschätzen und alles erkennen werden,
was ihre Hände bewirkt haben. Ich schwöre bei der Sonne, die über dem Horizonte göttlicher Macht strahlt! Wer dem einen, wahren
Gott folgt, wird, wenn er aus diesem Leben scheidet, unbeschreibliche Freude und Fröhlichkeit empfinden, während jene, die im Irrtum
leben, von Furcht und Zittern ergriffen und von einer Bestürzung erfüllt sein werden, die nichts übertreffen kann. Wohl dem, der durch die
gnädige Gunst und die mannigfaltigen Wohltaten des Herrn über alle Bekenntnisse den erlesenen, unverderblichen Wein des Glaubens
getrunken hat. (ÄL 86:4)
+84:5
Wie oft hat ein Sünder in der Todesstunde zum Wesenskern des Glaubens gefunden und, den unsterblichen Trank in Fülle trinkend, seinen
Flug zu den himmlischen Heerscharen genommen! (ÄL 125:3)
+84:6
Es ist klar, daß die hehrsten Wohnungen im Reiche der Unsterblichkeit denen zur Stätte bestimmt sind, die wahrhaft an Gott und seine
Zeichen geglaubt haben. Der Tod kann niemals zu dieser heiligen Stätte dringen. (ÄL 73)
+84:7
Abdu'l-Baha : 1944 Goettliche Lebenskunst
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DIE UNSTERBLICHKEIT DES GEISTES - 2.Teil
Gestern sprachen Wir über die Unsterblichkeit des Geistes. Wisse, daß Kraft und Fassungsvermögen des menschlichen Geistes von
zweierlei Art sind, das heißt, es gibt zwei verschiedene Weisen des Wahrnehmens und Handelns. Der eine Weg ist mittels Werkzeugen
und Organen: Mit diesem Auge sieht er, mit diesem Ohr hört er, und mit dieser Zunge spricht er. Auf diese Weise erfolgt die Tätigkeit des
Geistes und die Wahrnehmung der Wirklichkeit des Menschen mit Hilfe von Organen. Mit anderen Worten, der Geist ist durch die Augen
der Sehende, durch das Ohr ist er der Hörende und durch die Zunge ist der Geist der Sprechende.
Die andere Äußerung der Kräfte und Handlungen des Geistes erfolgt ohne Werkzeuge und Organe. Zum Beispiel sieht er im Zustand des
Schlafes ohne Augen, ohne ein Ohr hört er, ohne eine Zunge spricht er und ohne Füße läuft er. Kurz, diese Handlungen sind jenseits der
Mittel von Werkzeugen und Organen. Wie oft kommt es vor, daß der Geist in der Welt des Schlafes einen Traum sieht, dessen
Bedeutung erst zwei Jahre später durch entsprechende Ereignisse sichtbar wird. Und wie oft geschieht es, daß ein Problem, das man in
der Welt des Wachseins nicht lösen kann, in der Welt der Träume gelöst wird. Im Wachsein sieht das Auge nur auf eine kurze Entfernung,
in den Träumen aber sieht der, welcher sich im Osten befindet, den Westen. Im Wachen sieht er die Gegenwart, im Schlafe die Zukunft.
Im Wachsein kann er mit schnellen Verkehrsmitteln höchstens zwanzig Parasange in der Stunde¹ reisen, im Schlaf durchmißt er in einem
Augenblick den Osten und den Westen. Denn der Geist reist auf zwei verschiedene Arten: ohne Mittel was gleich geistigem Reisen, und
mit Hilfsmitteln, was gleich körperlichem Reisen ist, wie Vögel, die fliegen, und solche, die getragen werden.
¹ Parasange = Farsach, persisches und türkisches Längenmaß, das zwischen 7 und 10 km schwankt. - Dies wurde 1904 -1906
geschrieben.
#222
Im Schlafe ist der Körper wie tot; er sieht und hört nicht, fühlt nicht und hat weder Bewußtsein noch Wahrnehmung, das heißt, die Kräfte
des Menschen ruhen, aber der Geist ist lebendig und tätig. Ja, sein Einfluß ist stärker, sein Flug höher und seine Erkenntnis größer.
Anzunehmen, daß der Geist nach dem Tod des Körpers zugrunde gehe, ist wie die Vorstellung, daß ein Vogel in einem Käfig umkäme,
wenn der Käfig zerbrochen wird, obwohl ja der Vogel von der Zerstörung des Käfigs nichts zu fürchten hat. Unser Körper ist dem Käfig
und der Geist dem Vogel zu vergleichen. Wir sehen, daß ohne den Käfig dieser Vogel in der Welt des Schlafes fliegt; wenn daher der
Käfig zerbricht, wird der Vogel unversehrt weiterleben; seine Empfindungen werden sogar tiefer, seine Wahrnehmungen weiter und sein
Glück größer sein. Er ist wahrlich von der Hölle zu einem Paradies der Freuden aufgestiegen, weil es für die dankbaren Vögel kein
schöneres Paradies als die Freiheit vom Käfig gibt. Darum eilen auch die Märtyrer in höchster Freude und Glückseligkeit zur Stätte der
Hingabe.
Im Wachsein sieht das menschliche Auge höchstens auf eine Wegstunde Entfernung¹, weil durch die Vermittlung des Körpers die Kraft
des Geistes so begrenzt wird; mit der inneren Sicht und dem geistigen Auge aber sieht er Amerika, kann wahrnehmen, was dort ist,
dortige Zustände entdecken und Angelegenheiten beeinflussen. Wenn nun der Geist mit dem Körper identisch wäre, müßte die Kraft der
inneren Schau auch im selben Verhältnis stehen. Es ist also klar, daß dieser Geist etwas anderes ist als der Körper, daß der Vogel etwas
anderes ist als der Käfig und daß Kraft und Einfluß des Geistes ohne das Werkzeug des Körpers größer sind. Auch wenn das Werkzeug
weggelegt wird, handelt der Besitzer des Werkzeugs weiter. Wenn zum Beispiel die Feder niedergelegt oder zerbrochen wird, so bleibt
der Schreiber lebendig und gegenwärtig; wenn ein Haus niedergerissen wird, ist doch der Besitzer da und am Leben. Dies ist einer der
logischen Beweise für die Unsterblichkeit der Seele.
¹ Es ist eine persische Sitte, Entfernung durch Zeit zu bestimmen.
#223
Es gibt aber noch einen anderen: Dieser Körper wird schwach oder schwerfällig, krank oder wieder gesund; er wird müde oder ist
ausgeruht; manchmal werden Hand oder Bein amputiert, oder seine physische Kraft wird geschwächt; er wird blind, taub oder stumm;
seine Glieder können gelähmt werden; kurz, der Körper kann alle Unvollkommenheiten haben. Der Geist jedoch bleibt immerfort und
ewig in seinem ursprünglichen Zustand und in seinem eigenen geistigen Wahrnehmungsvermögen; er wird weder von Unvollkommenheit
noch von Lähmung befallen. Wenn aber der Körper von Unglück und Krankheit völlig beherrscht wird, geht er der Gaben des Geistes
verlustig, einem Spiegel gleich, der, wenn er zerbrochen, schmutzig oder staubig ist, die Strahlen der Sonne nicht zurückwerfen und nicht
länger ihre Gaben zeigen kann.
Wir haben schon früher erklärt, daß der Geist des Menschen nicht im Körper ist, weil er von Eintreten und Ausgehen als körperlichen
Vorgängen frei und geheiligt ist. Die Verbindung des Geistes mit dem Körper ist wie die der Sonne mit dem Spiegel. Kurz, der
menschliche Geist ist in einheitlichem Zustand; er wird weder durch die Krankheit des Körpers krank noch durch dessen Gesundheit
geheilt; er wird weder verdorben noch schwach oder elend, weder mager noch leicht oder klein. Das heißt, er wird durch die Schwächen
des Körpers nicht beeinträchtigt und zeigt keinerlei Wirkung, auch wenn der Körper schwach wird oder Gehör und Gesicht verliert, oder
gar Hände und Füße und Zunge abgenommen werden. Es ist also klar und gewiß, daß der Geist etwas anderes ist als der Körper und
daß sein Fortleben von dem des Körpers unabhängig ist; der Geist herrscht im Gegenteil mit größter Erhabenheit über die Welt des
Körpers, und seine Macht und sein Einfluß sind wie die Gaben der Sonne im Spiegel sichtbar und offenkundig. Doch wenn der Spiegel
staubig wird oder zerbricht, hört er auf, die Strahlen der Sonne zurückzuwerfen.
Abdu'l-Baha : BEANTWORTETE FRAGEN
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STUFE UND FORTSCHRITT DES MENSCHEN NACH DEM TODE
Wenn wir das Dasein mit dem erkennenden Auge betrachten, bemerken wir, daß es auf drei Kategorien beschränkt ist, das heißt, als
Ganzes gehört es entweder zum Mineral-, Pflanzen- oder Tierreich; jede dieser drei Klassen hat ihre Arten. Der Mensch ist die höchste
Gattung, weil er im Besitz der Vollkommenheiten aller Klassen ist, denn er hat einen Körper, der wächst und wahrnimmt. Aber außer den
Vollkommenheiten des Minerals, der Pflanze und des Tiers besitzt er noch eine besondere Auszeichnung, die den anderen Daseinsformen
fehlt, nämlich die intelligiblen Vollkommenheiten. Darum ist der Mensch das edelste aller Geschöpfe.
Der Mensch steht auf der höchsten Stufe der Materie und am Anfang der Geistigkeit, das heißt, er ist der Abschluß der
Unvollkommenheit und der Anbruch der Vollkommenheit. Er steht im letzten Grad der Dunkelheit und am Anfang des Lichts. Darum
wurde gesagt, daß die Stufe des Menschen das Ende der Nacht und der Beginn des Tages sei, was bedeutet, daß er der Inbegriff aller
Grade der Unvollkommenheit ist und daß er die Grade der Vollkommenheit besitzt. Er hat die tierische Seite so gut wie die engelgleiche
Seite; und das Ziel eines Erziehers ist, die menschlichen Seelen so zu bilden, daß ihre engelhafte Seite ihre tierische überwinden kann.
Wenn dann die göttliche Kraft im Menschen, die seine wesentliche Vollkommenheit ist, die satanische Kraft, die absolute
Unvollkommenheit ist, überwindet, wird er zum vortrefflichsten aller Geschöpfe; siegt aber die satanische Kraft über die göttliche, so sinkt
der Mensch zum niedrigsten der Geschöpfe herab. Darum ist er der Abschluß der Unvollkommenheit und der Anbruch der
Vollkommenheit. Bei keiner anderen Gattung in der Welt des Daseins besteht so ein Unterschied und Widerspruch, solche
Gegensätzlichkeit und Verschiedenheit wie bei der Gattung des Menschen.
#229
So war der Widerschein des göttlichen Lichtes in einem Menschen wie Christus; sieh, wie geliebt und geehrt Er ist! Gleichzeitig sehen wir
aber auch den Menschen einen Stein, einen Lehmklumpen oder einen Baum anbeten: Wie tief steht er, als Gegenstand seiner Verehrung
die niedrigste Seinsform, nämlich einen Stein oder Lehm ohne Geist, einen Berg, einen Wald oder einen Baum zu nehmen. Gibt es eine
größere Schande für einen Menschen, als die niedrigsten Daseinsformen anzubeten? So ist auch die Erkenntnis eine Eigenschaft des
Menschen - ebenso Unwissenheit; Aufrichtigkeit ist eine seiner Eigenschaften - aber auch Falschheit; Treue steht neben Verrat,
Gerechtigkeit neben Ungerechtigkeit und so weiter. Kurz, alle Vollkommenheiten und Tugenden, wie auch alle Laster, sind Eigenschaften
des Menschen. Betrachte ebenso die Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen. Christus lebte in menschlicher Gestalt - aber auch
Kaiphas; Moses und Pharao, Abel und Kain, Bahá'u'lláh und Yahyá, alle waren Menschen.¹
¹ MÃrzá Yahyá (Subh-i-Azal), Halbbruder Bahá'u'lláhs und Sein unversöhnlichster Feind.
Es heißt, daß der Mensch der höchste Vertreter Gottes ist; er ist auch das Buch der Schöpfung, weil alle Geheimnisse des Daseins in ihm
beschlossen sind. Wenn er in den Schatten des wahren Erziehers tritt und richtig erzogen wird, wird er zum innersten Wesen der Wesen,
zum Licht der Lichter, zum Geist der Geister; er wird zum Mittelpunkt der göttlichen Erscheinungen, zur Quelle geistiger Eigenschaften,
zum Dämmerungsort himmlischer Lichter und zum Empfänger göttlicher Eingebungen. Bleibt er dieser Erziehung fern wird er zur
Offenbarung teuflischer Eigenschaften, zum Inbegriff tierischer Laster und zur Quelle aller finsteren Zustände.
Der Zweck der Sendung der Propheten ist die Erziehung der Menschen, damit dieses Stück Kohle zum Diamanten und dieser
unfruchtbare Baum veredelt werde und die süßesten und köstlichsten Früchte hervorbringe. Wenn der Mensch den edelsten Rang in der
menschlichen Welt erreicht, kann er weiteren Fortschritt in den Erscheinungsweisen der Vollkommenheit, nicht aber in der Stufe, machen;
denn die Stufen sind begrenzt, die göttlichen Vollkommenheiten aber sind ohne Ende.
#230
Sowohl vor als auch nach dem Ablegen dieser irdischen Gestalt gibt es in der Vollkommenheit Fortschritt, aber nicht in der Stufe. So
finden die Daseinsformen im vollkommenen Menschen ihre Vollendung. Es gibt kein höheres Geschöpf als den vollkommenen Menschen.
Aber der Mensch kann, wenn er diese Stufe erreicht hat, in der Vollkommenheit noch Fortschritte machen, nicht aber in der Stufe, denn
eine höhere als die des vollkommenen Menschen - die für ihn erreichbar wäre - gibt es nicht. Auf der Stufe der Menschheit allein macht er
Fortschritte, denn die menschlichen Vollkommenheiten sind unbegrenzt. Wie gelehrt zum Beispiel ein Mensch auch sein mag, wir können
uns immer einen noch gelehrteren vorstellen.
Weil die menschlichen Vollkommenheiten unbegrenzt sind, darum kann der Mensch auch nach Verlassen dieser Welt Fortschritte in den
Vollkommenheiten machen.
Abdu'l-Baha : BEANTWORTETE FRAGEN
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Nun zu deiner Frage über die Welten Gottes. Wisse wahrlich, daß die Welten Gottes zahllos und unendlich weit sind. Keiner kann sie
zählen oder erfassen außer Gott, dem Allwissenden, dem Allweisen. Denke an deinen Zustand im Schlafe. Wahrlich, Ich sage, diese
Erscheinung ist das geheimnisvollste der Zeichen Gottes unter den Menschen, wollten sie doch im Herzen darüber nachsinnen. Siehe, wie
das, was du im Traume geschaut hast, nach langer Zeit voll verwirklicht wird. Wäre die Welt, wo du dich im Traum befunden hast,
dieselbe wie die Welt, in der du lebst, dann hätte die Begebenheit jenes Traumes im Augenblick ihres Geschehens zwangsläufig in dieser
Welt bekannt werden müssen. Wäre es so, dann wärest du selbst dessen Zeuge. Da dies jedoch nicht der Fall ist, muß notwendigerweise
daraus folgen, daß die Welt, in der du lebst, von jener, die du im Traum erlebt hast, verschieden und gesondert ist. Diese letztere Welt hat
weder Anfang noch Ende. Es wäre wahr, wenn du behaupten wolltest, daß diese Traumwelt nach dem Ratschluß des allherrlichen und
allmächtigen Gottes in deinem eigenen Selbst liegt und ganz in dir aufgeht. Es wäre ebenso wahr zu sagen, daß dein Geist, wenn er die
Grenzen des Schlafes überschritten und sich von allen irdischen Bindungen befreit hat, durch Gottes Ratschluß ein Reich durchwandert,
das in der innersten Wirklichkeit dieser Welt verborgen liegt. Wahrlich, Ich sage, die Schöpfung Gottes umfaßt Welten neben dieser Welt
und Geschöpfe außer diesen Geschöpfen. In jeder dieser Welten hat Er Dinge verordnet, die niemand erforschen kann außer Ihm, dem
Allerforschenden, dem Allweisen. Denke darüber nach, was Wir dir enthüllt haben, damit du die Absicht Gottes, deines Herrn und des
Herrn aller Welten, erkennest. In diesen Worten sind die Geheimnisse göttlicher Weisheit verwahrt. Wir wollen nicht bei diesem Thema
verweilen, weil der Kummer über die Taten derer, die durch Unsere Worte erschaffen worden sind, Uns umgibt, wäret ihr doch unter
denen, die auf Unsere Stimme hören.
Baha'u'llah : Botschaften aus Akka
Sollte jemand Texte zu diesem Thema haben die er nicht bei WV posten möchte, kann er/sie mir die gern mailen. Ich hänge sie dann hier dran (Rechtskonformität vorausgesetzt, Urheberrecht muß auch beachtet werden)